8. November 2026
Österreich ist wie die gesamte Europäische Union in einer Zwickmühle: Auf der einen Seite gibt es die nicht beeinflussbaren geopolitischen Spannungen und auf der anderen Seite verschärfen die Entwicklungen in den Bereichen Energie und Demografie die Herausforderungen. Gerade Oberösterreich als Industriebundesland trifft das besonders hart, weil etwa vier Fünftel des Erdgasverbrauchs auf diese Sparte entfällt. „Daher braucht es Anreize für Unternehmen, mit der Produktion im Land zu bleiben“, erklärt Fink und nennt Bürokratie, Energiepreise und Lohnstückkosten als wirksame Stellschrauben. Die vorhersehbare Demografie tut ein Übriges – bis 2030 sinkt die oö. Bevölkerung im Erwerbsalter um 21.000 Personen, dem gegenüber stehen aktuell 20.000 offene Stellen. Fink: „Die Pensionsdynamik darf nicht ignoriert werden und es braucht auch hier Anreize für die Jugend beim Thema Arbeit. Unsere Stärke ist das Humankapital – und die jungen Menschen im Land wollen und können arbeiten.“ Die Nutzung künstlicher Intelligenz ist dabei kein Hemmnis, sondern Hilfe.
„Die Perspektive des Standortes ist besser als oftmals kolportiert wird“, bietet Fink drei nationale Antworten auf diese globalen Herausforderungen an:
- Produktivität statt Billiglohn: Lohnnebenkosten gezielt senken; Industrial Applied AI (künstliche Intelligenz) in die Produktion bringen
- Energie neu ausrichten: Netze und Speicher ausbauen; erneuerbare Potenziale erschließen; fossile Abhängigkeit reduzieren
- Strategischen Fokus erweitern: Automotive-Kompetenzen in neue Märkte übertragen – Verteidigung, Energietechnik, Luftfahrt

